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Kunst-Blog                                                                                                                                                                           Kategorien

Kunst-Blog

Kunst - mit all ihren verschiedenen Gesichtern - beeinflusst unser Sein und offenbart manchmal unsere tiefsten, verstaubten Geheimnisse. Diese sind dazu da, entdeckt, erlebt und weiter erkundet zu werden!  Das ist das Ansinnen dieses Blogs. Er begibt sich auf eine spannende Reise, festgehalten in kleinen Momenten. Mal dreht es sich um Farben, dann wieder um Musik, manchmal um beides gleichzeitig, oder es geht um Kunst im Allgemeinen. Denn dieses Feld ist unerschöpflich. Jeder ist herzlich eingeladen, mitzureisen. Wer weiss, vielleicht finden wir den perfekten Moment... 

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Vierunddreissigster Moment - Kunst im Auge des Betrachters?

Gepostet am 30. Januar 2018 um 17:00
Bezogen auf Schoenheit heisst es, dass diese im Auge des Betrachters entsteht. Gilt das auch fuer die Kunst? Und wenn nicht, wer bestimmt, wann etwas Kunst ist? Heisst das dann, das derjenige auch darueber richtet, wer sich als Kuenstler bezeichnen darf oder nicht? Wenn man sich die Definition des Begriffes "Kunst" vergegenwaertigt, so wird klar, dass dies ein weit gefasster Begriff ist: Kunst sei das "schoepferische Gestalten und Schaffen von Werken, wofuer man ein bestimmtes Koennen benoetigt." Im etymologischen Sinne ist der Terminus, "Kunst kommt von Koennen" korrekt, denn "Kunst" ist ein Substantivabstraktum zum Verbum "koennen" mit der Bedeutun "...das, was man beherrscht; Kenntnis, Wissen, Meisterschaft." Je nach Zeit variierte die Verwendung des Kunstbegriffes; beispielsweise in der Zeit der Aufklaerung wurde Kunst eher im Sinne von Aesthetik verwendet. Dennoch erstreckt sich der Begriff ueber viele Gebiete, er wird gebraucht im Sinne von Wissen, Erkennen und Einsicht (ausgehend von der Philosophie der Antike), im Sinne von Fertigkeiten und Handwerk, aber auch im Sinne der Wissenschaft, man denke dabei an die "Sieben Freien Kuenste" seit dem Altertum, bestehend aus dem Trivium (mit Grammatik, Rhetorik, Logik) und dem Quadrivium (mit Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie). Kunst ist alles, was quasi vom Menschen in einem kreativen Prozess gemacht wird, dem gegenueber steht die Natur (kuenstlich-natuerlich). Am Ende dieses Prozesses steht das Kunstwerk. In der Moderne stellt manchmal auch der Prozess selbst die Kunst dar. Fakt ist, das, was als Kunst angesehen wird, tatsaechlich im Auge des Betrachters entsteht, es ist abhaengig von der persoenlichen Einschaetzung. Die Definition, dass Kunst eine Taetigkeit bezeichnet, die auf Wissen, Wahrnehmung, Vorstellung, Intuition und natuerlich auch Uebung basiert, trifft rein theoretisch auch auf Vorgaenge zu, die wir normalerweise nicht als Kunst bezeichnen wuerden, z. B. die Konstruktion bzw. die Konzeption einer Maschine. Der einzige Unterschied ist, dass Kunst nicht auf Funktionen hinauslaeuft und nicht einer definierten Aufgabe zuzuordnen ist, ihr Ziel ist nicht der praktische Nutzen oder der Einsatz, um diesen zu erzielen. Kunst existiert "einfach" und ist frei. Im Vordergrund steht der kreative Prozess, der nicht auf naturwissenschaftlichen Gesetzmaessigkeiten beruht. Dass, was der Kuenstler von sich gegeben hat, dessen expressive Schaffenskraft und Faehigkeit, dies umzusetzen. Auf welchem Wege dies geschieht, bleibt ihm selbst ueberlassen. Und da werden sich die Geister wohl immer streiten, ob jemand auch sich "Kuenstler" nennen darf, wenn er beispielsweise kein Kunststudium absolviert hat. Aber ist es am Ende nicht immer noch das Kunstwerk, was zaehlt?

Dreiunddreissigster Moment: Ich mache Kunst, egal, was Ihr denkt!

Gepostet am 12. Oktober 2017 um 5:20

Richtig so! Denn dem inneren Kunstdrang nicht stattzugeben, führt – mal ganz extrem ausgedrückt - unweigerlich zu Depressionen, übermäßigem Alkoholkonsum, zu viel Sex oder Fressattacken. Es gilt hier, lieber ein schlechter Künstler als gar keiner. Denn in kaum einem anderen Feld ist es möglich, so an sich zu wachsen wie in der Kunst. Weil es eine Art innerer Expressionismus ist, der sich nach und nach entwickelt, wenn man es zulässt. Je länger, desto besser, wie es schon bei Goethe im "Faust" heisst „..Ein stiller Geist ist Jahre lang geschäftig, Die Zeit nur macht die feine Gärung kräftig“..Was heisst das für dich? Unbeirrtsein, Loslassen von herkömmlichen Meinungen, Selbstvertrauen und der Glaube an die Kraft der eigenen Kreativität sind Garant für ein Feuerwerk deines inneren verborgenen Künstlers. Er ist da, sobald man du nur das leiseste Gefühl hat, es könnte so sein, dann ist es so. Selbst wenn es einem zunächst komisch vorkommt, Gewohnheiten sich ändern, Geschmäcker, Ansprüche und Bedürfnisse ebenso, es ist der einzige Weg. Intuitiv weiss man das, aber man ist geneigt, eine Menge Argumente zu finden, die ja eigentlich dagegen sprechen. Selbst wenn rein praktisch betrachtet alles dagegen spricht, spricht gerade alles dafür. Weil es eine innere Geschichte ist, eine Angelegenheit der Seele, die ans Licht will und muss. Dies ist nicht mit Logik und sachlicher Argumentation zu erklären oder wegzudiskutieren. Sicherlich gibt es genügend Kunst auf der Welt, und du sagst dir, sie braucht nicht noch mich. Falsch! Zu einem brauchst du es, zum anderen ist das Spektrum der Kunst nicht begrenzt. Also auf und los. Und nicht nur in der Kammer sitzen und gute Sachen machen, sondern auch darüber sprechen. Zeigen! Du hast nichts zu verlieren.

Zweiunddreissigster Moment: Die Kunst des Loslassens und der Zauber des Neubeginns

Gepostet am 15. September 2017 um 4:30
Loslassen ist tatsächlich eine Kunst, die auf die man in allen Lebensbereichen trifft. Und Loslassen trägt immer diesen bitteren Beigeschmack mit sich. Sich von etwas Bewährtem entsagen, etwas Geliebtes verlassen oder einfach mit einer Gewohnheit brechen, das ist loslassen. Sich neuem widmen. Jawoll, manchmal mühsam, aber niemals überflüssig! Loslassen resultiert immer aus einer Erkenntnis, die nach vorne blickt. Und etwas Besseres kann einem gar nicht passieren, denn meist, ist das, was nachkommt, der schönere Teil. Und wie Hermann Hesse schon formuliert hat, es wohnt jedem Neuanfang ein Zauber inne. Zugegeben, manchmal fällt es schwer, dies zu glauben, wenn man vom Loslassen noch nicht so ganz überzeugt ist. Und es weh tut, und es Momente gibt, wo einen dieses Loslassen zu Tränen rührt. Aber sobald man intuitiv ahnt oder sonstwie spürt, das Loslassen angesagt ist, sollte man es unbedingt tun. Nur so kann man vorwärts schreiten und einen gangbareren Weg als den bisherigen gehen. Ohne Tränen. Loslassen heisst nicht, seinen Stil zu verleugnen, sondern lediglich den Weg dahin konstruktiv zu verändern. Bekanntlich führen viele Wege nach Raum; und zuweilen hat man sich festgefahren. Ganz besonders in der künstlerischen Tätigkeit kommt dies zum Tragen. Der Stagnationsmoment kann direkt in eine Art Schockzustand und dann in eine waschechte Blockade übergehen. Gut, es braucht vielleicht Blockaden, um wieder Glanzzeiten zu erleben. Aber seinen bisherigen Weg zu überdenken, hat noch nie geschadet. Alte Muster loslassen lässt erst neue, bessere zu. Und schiesst die Blockade in den Wind. Versprochen!

Einunddreissigster Moment: Ein Traum von Kunst

Gepostet am 1. Juni 2017 um 15:05
Es hält sich hartnäckig das Gerücht, Kunst sei nur bestimmten Leuten vorbehalten und Kunstmachen sei "nur" das Privileg derjenigen, die ein Kunststudium abgeschlossen haben und "Berufskünstler" sind. Der Rest darf nur von Kunst träumen! Hierzu ein klares "Nein"! Sicherlich, sein "Handwerk" vernünftig zu lernen ist wichtig, aber es bleibt dazu nicht nur die eine Möglichkeit. Und es bleibt der Ehrgeiz eines "Nicht-Künstlers" seine Kunst zu "lernen". Aber was nützt das beste Handwerk ohne Ideen, Kreativität und Wahrhaftigkeit in den eigenen Werken? So existieren zahlreiche Künstler, die sich quasi autodidakt durch das Leben geschult haben, und deren Kunst in den oberen Rängen durchaus mithalten kann. Aber eins wollen wir nicht vergessen: Es zählt, was gefällt, was authentisch bleibt, was etwas transportiert und berührt. Was wahrhaft ist. Für niemand muss der Traum von Kunst ein Traum bleiben. Egal ob man als Maler beispielsweise ausstellt -was natürlich eine wunderbare Erfahrung ist- oder nicht, das Recht auf Kunst machen hat jeder. Das entstandene Werk ist DAS Zeugnis, nicht irgendetwas anderes, was dahinter steht. Denn jedes Bild birgt eine Menge Arbeit, Schweiss, Herzblut und Seele des Schöpfers in sich, und schon das ist eine grossartige Leistung.

Dreissigster Moment: Für Beethoven - eine "Zündung zwischen Extremen"

Gepostet am 22. März 2017 um 22:50
Beethovens Bedeutung in der Musikwelt ist unbestritten. Grund genug, ihm den "dreissigsten Moment" zu widmen. Er wird oftmals als der "Meister der modernen Instrumentalmusik" bezeichnet, der es wie kein anderer vermochte, Instrumentalmusik als Ausdruck eines innerlich Erlebten aufzufassen und dies in seinen Werken durch den Einsatz und der Verfeinerung aller musikalischen Ausdrucksmittel im Spannungsfeld zwischen Leidenschaft und Humor auszudrücken. Seine Musik ist authentisch und unverblümt. Kompromisslos, insbesondere das Spätwerk.
Zur Umsetzung bediente er sich verschiedenster Formen der Kammermusik, von der Klaviersonate bis zum Streichquartett und übertrug die gewonnen Erkenntnisse auf die Orchestermusik. Die Jahre 1802 bis etwa 1812 stellen seine intensivste Schaffensperiode dar.
Seine letzten Jahre, ab etwa 1812 bis zu seinem Lebensende 1827, waren durch zahlreiche Lebenskrisen gekennzeichnet, hervorgerufen durch ein stetig sich verschlimmerndes Gehörleiden bis hin zur Taubheit, materielle Sorgen oder auch emotionale Verwirrungen wie beispielsweise durch die "Unsterbliche Geliebte". Diese Lebenskrisen beeinflussten sein Kompositionsstil, den man in dieser Phase als Spätstil bezeichnet, gekennzeichnet durch einerseits Brüchigkeit und andererseits Komplexität. Man vernimmt Klänge, die er wahrscheinlich in seiner früheren Zeit nie so komponiert hätte. Das Abgeschlossensein von der Aussenwelt bedingt durch die Taubheit, zog eine noch stärkere Verinnerlichung seines Empfindens nach sich, das sich in seinen Werken durch einen oftmals noch innigeren und unmittelbareren Ausdruck niederschlug. Seine Kunst wurde mit zunehmenden Alter eine mehr und mehr verinnerlichte Kunst, die beim Publikum nicht immer auf Gegenliebe stiess. Geleitet von subjektiven Augenblicken vernachlässigte er (im Vergleich zu seinen früheren Werken) die für seinen Stil so typische Symbiose von Inhalt und Form.
Theodor W. Adorno betont als wesentliche Charakteristik in der Musik Beethovens dessen planvolle Verarbeitung musikalischer Gesetzmässigkeiten, wie beispielsweise den strukturierten Einsatz aller Mittel der Tonalität. So erzielte der Komponist eine konsequente Weiterentwicklung seiner Werke, was wohl eher aber ein "Nebenprodukt" gewesen sein dürfte. Die unmittelbare Anhäufung unterschiedlichster Stilmittel in einem Stück hat ein Nebeneinander grosser Rationalität (vollendete Anwendung der Formen) und einen verstärkten Expressionismus, eine Extremität im Ausdruck, zur Folge. Ueberlassen wir Adorno das Schlusswort: "Prozess bleibt noch sein Spätwerk; aber nicht als Entwicklung, sondern als Zündung zwischen den Extremen [...] Zwischen Extremen im genauesten technischen Verstande: hier der Einstimmigkeit, dem Unisono, der bedeutenden Floskel, dort der Polyphonie, die unvermittelt darüber sich erhebt." (Theodor W. Adorno, Beethoven, Philosophie der Musik, Suhrkamp 2015, S.182/183ff.)

Neunundzwanzigster Moment: Die Frage ist nicht ob oder warum, sondern sie ist... Grübeleien zur Kunst

Gepostet am 26. Februar 2017 um 9:05
Was ist Kunst? Eigentlich sollte man diese Frage nicht stellen. Nicht nur, weil es eigentlich keine Antwort gibt, lediglich viele Sichtweisen, kein Richtig oder Falsch. Sondern auch deshalb, weil diese Begrifflichkeit eine gewisse Unantastbarkeit besitzt, die sie zum Fortbestand benötigt. Denn nur ein Herantasten lässt sie in ihrer Gestalt unberührt und vollkommen. Unzerredbar und undefinierbar. Wahrscheinlich liegt darin ihr Reiz. Wagen wir den Schritt und tasten uns vorsichtig voran: Fragt man Künstler nach Kunst, so geht es ihnen nicht um das Warum oder Ob, sondern Kunst ist einfach, entsteht aus sich selbst heraus, aus einer Innerlichkeit, die jedem Künstler zu eigen ist und die er expressiv nach aussen trägt. Von ganz allein ohne einen speziellen Zweck aber mit viel Sinn. Dabei spielt die Reaktion der anderen oftmals eine untergeordnete Rolle, denn Kunst zeigt etwas von innen nach aussen Gekehrtes, was man - genau genommen - nicht bewerten kann. Das wäre wie Emotionen zu bewerten oder zu klassifizieren. Es geht um den Schaffensprozess, um die Entstehung von etwas, was man selbst vorher nicht kennt und was nicht planbar ist. Ein äusserst reizvolles Faktum, das es sich in der "normalen" Gesellschaftsplanung nicht findet, im Gegenteil, hier soll oftmals alles Plan gehen. Kunst lehrt uns: sich unbefangen, vorurteilsfrei und tiefgründig auf etwas einzulassen. So entstehen die grossen Werke, die berühren und ewig sind. Ein Werk als Schritt der eigenen Verwirklichung. Und des Bruches. Denn es entsteht vermutlich selten das, was man erwartet. Und so offenbart Kunst oftmals Dinge, die vorher unsichtbar waren. Sie kommt aus der Tiefe und zeigt Tiefe. Trotzdem bleibt sie einfach ein Sein ohne Zweckgebundenheit. Sie ist einfach. Losgelöst von allem ohne eine Verbindung zu Vorhandenem haben zu müssen. Kunst lebt erst, wenn man ihr nichts aufzwingt. Wenn man sie lässt. So wie der Mensch selbst auch. Unter Zwang findet keine Entfaltung statt. Kunst wird auch nicht Kunst, wenn man sich vornimmt, Kunst zu machen. Sie entsteht intensionslos und setzt eine gewisse Ehrlichkeit mit sich selbst voraus. Und die Bereitschaft zur Offenbarung. In der Musik: Spielen wir ein Stück, so trägt es immer ein Stück von uns nach aussen. Manch einer hört es, der andere vielleicht nicht. Wir spielen dasselbe Stück anders, je nach Verfassung, ob es uns gut oder schlecht geht. Aber es ist dann einfach aus uns heraus, egal, ob man dies nun als Kunst bezeichnet oder nicht. Und niemand hat das Recht, sich zum Mass der Kunst zu erklären. Im Grunde genommen ist jeder in irgendeiner Form ein kleiner Künstler, dem es gelingt, etwas Wahrhaftes -losgelöst von einem irdischen Zweck- zu erschaffen, etwas, das dann IST und bleibt, was ein Stückchen seiner selbst nach aussen trägt. Das ist ein wertvolles Gut, was wir schützen sollten. Es scheint zudem die Frage, was Kunst eigentlich mit einem macht, ist viel interessanter als die, was Kunst ist. Kunst offenbart Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mittels Farben (Malerei, Fotografie etc.), Formen (Bildhauerei etc.) und Klängen (natürlich: MUSIK). Und zeigt die unterschiedlichsten Wahrnehmungen, viele Facetten eines Blickes. Und ist unbeirrt in ihrem Sein.

Achtundzwanzigster (zunächst skurriler) Moment: Brief an mein Klavier oder: Was man hineintut, kommt heraus

Gepostet am 9. Februar 2017 um 15:30
Womöglich erscheint es dem einem oder anderen ein bisschen skurril, einen Brief an ein Klavier, nein: SEIN Klavier, zu schreiben. Aber wenn man dieses Vorhaben einmal etwas näher betrachtet, so findet es durchaus seine Berechtigung. Denn es ist doch so, dass unser Instrument ein Spiegel unserer selbst ist; das, was wir quasi hineinschicken, kommt heraus. Und das sind nicht nur simple Noten, sondern ein Teil unserer Seele, unseres tiefsten verborgenen Ichs. Oft ist es nur die Musik, der es gelingt, dieses Ich zu offenbaren, zum einen uns selbst, zum anderem auch manch´ aufmerksamen Zuhörer. So gesehen erzählen wir unserem Klavier schon sehr viel. Und warum sollte man dies nicht einmal aufschreiben? Also liebes Klavier, lieber Fridolin (meines hat sogar einen Namen), ich wollte dir danken für deine Geduld. (etwas, das ich manchmal nicht besitze.) Ich danke dir für deine Ausdauer, unliebsame Töne und auch Flüche meinerseits zu ertragen. Wahrscheinlich reagierst du mit der einen oder anderen Verstimmtheit darauf (glücklicherweise kann das ja ein Stimmer grösstenteils wieder richten!), aber unterm Strich bist du immer für mich da in Anmut (und Demut). Bietest mir Zuflucht, wenn es einmal nicht so gut geht. Verwandelst Missstimmung in Klänge, die versöhnlicher stimmen. Und du lässt mich Seiten an mir entdecken, die ich vielleicht noch nicht einmal selbst kannte. Manchmal bleibt zwar die Frage, ob ich diese auch kennenlernen will, aber dennoch, du bist eine grosse Bereicherung für mein Leben. Was würde ich nur ohne dich tun? Wahrscheinlich sinnlose Dinge, denn die Zeit, die ich mit dir verbringe, ist nie verloren. Ich bin mitnichten eine gute Klavierspielerin, aber ich bin ehrlich dabei, das, was ich dir sage, meine ich auch so. Und es kommt vom Herzen.Weil ich mich bei dir nicht verstellen muss (was man eigentlich nicht tun sollte, aber manchmal muss.) und allem freien Lauf lassen kann. Das ist eine schöne Erfahrung, die ich jedem wünsche. Und dies wird nicht der letzte Brief an dich sein, soviel ist sicher!

Wie Melodien zieht es mir

Gepostet am 30. Januar 2017 um 7:25
Wie Melodien zieht es
mir leise durch den Sinn,
wie Frühlingsblumen blüht es
und schwebt wie Duft dahin..

...

Doch kommt das Wort und fasst es
und führt es vor das Aug´,
wie Nebelgrau erblasst es
und schwindet wie ein Hauch..

...

Und dennoch ruht im Reime
verborgen wohl ein Duft,
den mild aus stillem Keime
ein feuchtes Auge ruft..

...

Klaus Groth (1819-1899)

Siebenundzwanzigster Moment: Die Sprache der Bilder und die Musik, die in ihnen wohnt

Gepostet am 23. Januar 2017 um 15:35
Bilder haben ihre eigene Sprache, das ist nichts Neues. Sie erzählen eine Geschichte, manchmal die ihres Schöpfers, manchmal auch eine andere. Sie sind immer ein Ausdruck der Schaffenskraft des Malers. Verweilt man vor einem Bild, um es eingehender zu betrachten, hat es bereits sein Werk getan. Egal, ob man es hässlich oder schön findet, es hat irgendetwas ausgelöst. Etwas, das zum Nachdenken angeregt hat, das vielleicht wieder andere Bilder beim Betrachter erzeugt, die ihn vielleicht an irgendetwas erinnern oder in denen er sich selbst findet. Theoretisch kann ein Bild nicht hässlich oder schön sein, sondern nur wirkungslos oder eben nicht wirkungslos. Entscheidend ist die Idee, der Gedanke, der dahintersteckt. Und ob man es schafft, dies auszudrücken. Das erklärt auch, warum so manches Mal auch Bilder von "Nicht-Malern" oder einfache Bildkonstruktionen sehr beeindruckend sein können. Zugegeben, das Optimum ist natürlich schon eine grandiose Idee, deren stimmungsvolle Umsetzung gepaart mit handwerklichem Können und künstlerischem Geschick. Gelernt ist gelernt, das will hier niemand beschreiten. Aber wichtig ist die ehrliche Leidenschaft, die dahintersteckt. Denn diese spürt der Rezipient, ob er will oder nicht. Das ist wie in der Musik. Auch hier nimmt der Hörer die Leidenschaft in der Musik wahr, die dann so etwas wie innere Bilder erzeugt. Und der Hörer bemerkt genauso, wenn die Leidenschaft fehlt. Dann bleibt nämlich alles leer. (Nicht nur das nächste Mal der Konzertsaal). Musik erzeugt also Bilder, die in uns sind. Uns an etwas erinnern, uns etwas vorstellen lassen, uns zum Träumen anregen. Wenn dies passiert, empfinden wir die Musik als schön. Man könnte die Sache auch einmal aus der Sicht der Bilder betrachten. Sie erzeugen auch etwas in uns, Empfindungen, Gedanken, Vorstellungen, aber vielleicht auch Klänge. Ja es ist durchaus so, dass Bilder Musik erzeugen können. Oft werden Ausstellungen musikalisch untermalt (sicherlich in erster Linie zur Unterhaltung), aber diese Klänge können uns beeinflussen beim Betrachten der Bilder, ähnlich wie Musik bei Filmen, die die Dramatik oder Komik bestimmter Situationen noch einmal mehr betont. Nun, das ist auch nicht neu (Das erlerne man bereits im Unterricht der sechsten Klasse! hat mir einmal jemand erklärt, wie ich denn dies nicht wissen könnte! Aber es geht nicht nur im wissen, sondern auch um fühlen. Da wäre es schade, wenn man nichts mehr neu entdecken könnte). Wie dem auch sei, wir können dieses Phänomen auch "andersherum" erleben, man muss sich nur darauf einlassen. Bilder können nicht nur wieder innere Bilder, sondern auch innere Melodien erzeugen. Vielen ergeht es oft so, dass sie mit einem bestimmten Bild auch eine spezielle Musik assoziieren. Eine Art innere Musik, die gegebenenfalls genauso dieses Bild erzeugen könnte, das man in diesem Moment vor sich hat. Probiert es einmal aus!

Sechsundzwanzigster Moment: Realität vs. Traum oder Warum man manchmal nicht alles haben kann

Gepostet am 10. Januar 2017 um 0:20
Es ist nicht nur eine Frage der Vernunft, sondern eine Lebensfrage, eine, die dein ganzes Leben bestimmen kann. Folgst du deinem Traum oder fügst dich der Realität? Denn oftmals klafft da eine Lücke. Vielleicht kann man diese Frage nicht eindeutig beantworten. Zumal es tatsächlich Träume gibt, die Schäume sind. Wenn es beispielsweise darum geht, das geliebte Hobby Musik (oder auch andere) zum Beruf zu machen. Insgesamt eine wunderbare Vorstellung und ein schönes Ziel, und es gibt Dutzende von Beispielen, wo es funktioniert: Träume werden wahr, durch harte, mühsame Arbeit und viele Entbehrungen. Und mit dem gewünschten Erfolg und dem Gedanken, es nie bereut zu haben, diese Kräfte investiert zu haben, nach Misserfolgen immer wieder aufgestanden zu sein und das Krönchen neu gerichtet zu haben. Und weil man im tiefsten Innern immer wusste, dass man es schaffen kann. Das ist auch toll und jedem zu wünschen. Manchmal ist es auch der einzige Lebensweg. Was aber, wenn alles anders ist, wenn die Kapazität, das Können nicht ausreicht oder die Umstände es schlichtweg nicht erlauben, weil sie einem einen Streich gespielt haben? Man stelle sich einen mittelmässig bis wenig begabten Musiker vor, der sein Instrument gelernt hat, und seine Sache nicht so schlecht macht. Er ist fleissig und übt viel, merkt aber schon bald, dass er es nicht hinkriegt, nicht so wie gefordert, und nicht so wie selbst gewünscht. Er fällt immer wieder auf die Nase, steht auch immer wieder auf, aber eigentlich befindet er sich im freien Fall. Doch es ist schon immer sein Traum gewesen, Musiker zu sein, damit seine Brötchen verdienen zu können, sprich, es beruflich auszuüben. Er beginnt zu zweifeln und hört die zahlreichen Sprüche: "Man muss seine Träume leben und nicht sein Leben träumen. Was man will, das schafft man, wer will, der kann" Und er denkt, dass er doch seinen Traum verwirklichen muss, es liegt doch nur an ihm, womöglich ist er ein Nichts, wenn er es nicht schafft? Was aber, wenn der Traum Potential hat, sich zum Alptraum zu entwickeln? Wenn eben der Wille nicht das einzige ist, das ausreicht? Gerade in der Kunst scheint es oftmals mehr zu bedürfen, als "nur" fleissig und beharrlich zu sein: Hier benötigt man das naturgegebene Talent, etwas, das von allein in einem ist. Etwas, worauf man aufbauen kann, was einem von allein den Weg weist. Und wenn dies nicht da ist, hat man verloren. Die Frage ist, wie weit man gehen möchte und kann. Sicherlich kann man auch als mittelmässig begabter, flei??iger Musiker oder Künstler seinen Weg gehen und glücklich sein, vermutlich auch eine Einstellungsfrage. Und wenn vieles darauf hindeutet, dass man Mittelmass bleibt, sollte man vielleicht in sich horchen um festzustellen inwieweit dies in einem nagt oder nicht. Ob es das wert ist: Dem alles unterzuordnen, womöglich die Familie, Freunde, die gesamte Lebensausrichtung. Gerade, wenn es beim Mittelma?? bleibt, könnte dies in eine Einbahnstra??e führen. Eine Kraftanstrengung, die ins Leere verpufft, Kräfte, die man vielleicht hätte fruchtbarer einsetzen können. Vielleicht sollte dann das Hobby Hobby bleiben, denn nur als Hobby wird man es ewig lieben. Was bei der Einbahnstrassenvariante nicht so ist, denn ein geliebtes Hobby mutiert in dem Moment womöglich zum Albtraum. Es setzt einen unter Druck, da es zur ??berlebensfrage wird und schon ist der ganze Zauber dahin. Man muss seine Träume nicht begraben, wenn man sie vielleicht nicht als Hauptberuf ausüben kann. Man kann sie sich bewahren und auch etwas daraus machen, das für immer bleibt, so wie eine schöne "Nebenbeschäftigung", die durchaus erfüllend sein kann. So wie eine variierte Umsetzung. Und man muss sich von Vorstellungen verabschieden, dass es vielleicht nicht ganz so geworden ist, wie man es erträumt hat. Wenn Träume platzen, tut das immer weh. Es ist ein bisschen wie in der Liebe: manchen geliebten Menschen kann man einfach nicht haben, auch wenn das Gefühl dafür ausreichen würde...

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