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Neunzehnter Moment: Ohne Worte und ohne Kummer

Gepostet am 11. November 2016 um 15:50
"Die Musik beginnt da, wo das Wort aufhört" hat Heinrich Heine einmal gesagt. Es gibt Situationen, wo wir keine Worte finden, um das widerzugeben, was uns bewegt. Ist euch schon einmal aufgefallen, dass zufriedene und glückliche Leute oftmals ein Liedchen vor sich hinsummen? Wenn man gute Laune hat, passiert es öfter, dass man beispielsweise die Lieder im Radio mitsingt oder sich rhythmisch dazu bewegt. Man will sein Innerstes nach aussen kehren, insbesondere dann, wenn es so positiver Natur ist. Grundsätzlich scheint der Mensch wohl ein positives Wesen zu sein. Zumindest strebt er dies an und es wird allgemein hin als der Idealzustand betrachtet. Nun gibt es aber auch die Kehrseite der Medaille, nämlich dann, wenn wir nicht "so gut drauf sind". Jeder geht anders damit um, aber Musik ist für viele ein Zufluchtsort. Man ist dann eher geneigt, schwermütige Melodien zu hören, was eigentlich kontraproduktiv ist, man müsste eigentlich lustige Stücke hören, um die Laune zu heben. Musik sozusagen als Schmerzmittel, wie auch immer dieser Schmerz geartet ist, ob körperlich oder seelisch oder schlichtweg beides. Vermutlich bedingt das eine das andere und man kann es unter Umständen nicht einmal trennen. Kann Musik körperlichen Schmerz lindern? Wenn am selbst ein Instrument spielt und sich darauf konzentriert, dann ist es vielleicht möglich, den Schmerz auszublenden. Man muss nur erst einmal dazu kommen, sich des Instruments annehmen, den Schmerz hinter sich lassen. Den Nicht-Schmerz echt werden lassen. Aber wahrscheinlich funktioniert das auch ohne Instrument, einfach nur mit Hören oder sich auf etwas ganz fest konzentrieren. Sich ausmalen, wie es ohne Kummer wäre und davon ausgehen, dass dies bald wieder so sein wird, denn kummerfrei ist der Alltagszustand. Musik kann sehr dabei helfen, sie dringt in unsere tiefsten Bewusstseinsschichten ein und kann gar Wunderliches bewirken. Weil sie Vorstellungskraft beflügelt und uns in schöne Welten schickt. Aber letztlich liegt es immer in der eigenen Hand, wie man sich fühlt, selbst mit Schmerzen. Denn die Kunst ist es, so damit umzugehen, dass es nicht mehr die Hauptrolle spielt. Vermutlich ist das gar nicht so schwer, wie man denkt. Da zählt nur der eigene Wille...und vielleicht auch die richtige Musik...!!

Kategorien: 2016 - Momente

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