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Dreiundzwanzigster Moment: Es gibt kein Falsch oder Richtig oder ohne Risiko gehts nicht

Gepostet am 16. Dezember 2016 um 16:30
Es gibt Menschen, die lieben die Bühne. Sie geniessen es (vielleicht brauchen sie es auch), ihre Kunst dort zu präsentieren. Wollen bewusst oder unbewusst den Rest der Menschheit daran teilhaben lassen. Oder sind der Meinung: diese Kunst bzw. Musik muss in die Welt. Das ist wunderbar, unbestritten! Daneben aber existiert die Liga der "heimlichen" Künstler oder Kunstliebhaber oder Kunstausführer, die versuchen, ihre Kunst bzw. Musik für sich selbst zu praktizieren und tunlichst die Oeffentlichkeit meiden. Weil für sie eine Bühne einem Problem gleichkommt (manchmal reicht schon der Musiklehrer, der zur Oeffentlichkeit wird). Was nicht bedeutet, dass diese stillen Instrumentalisten schlechte Musiker sein müssen. (Ob guter oder schlechter Musiker, ist sowieso eine Frage des Anspruchs und der Betrachtungsweise...) Sie scheuen sich nur, vor denen zu spielen, von denen sie glauben, dass diese es besser können. Und das ist kein singuläres Phänomen. Manchmal lassen diese Hemmungen selbst bei nah vertrauten Menschen das wahre "Ich" beim Spiel auf der Strecke bleiben. Das passiert so: Die stillen Musiker versuchen, den sicheren Weg einzuschlagen, indem sie die Noten so detailgetreu wie möglich kopieren, weil sie sich dann sicher wähnen. Aber das wird nichts! Eine falsche Sicherheit! Jeder hört, wenn sich der Instrumentalist in seinem Werk nicht fallen lässt und nicht zeigen will; ein Werk ohne Individualität ist wie kein Werk, wie nicht da sein. Nein, hier heisst es "voll auf Risiko" so spielen, wie man meint, fühlt und wie man es kann, egal ob falsch oder richtig, denn die Wahrheit ist: es gibt kein falsch oder richtig in der Kunst bzw. Musik. Wer sein Werk überzeugend vorträgt, dem verzeiht jeder kleine Aenderungen. Erst mit diesen Aenderungen ist das Stück individuell geworden und macht den Moment zu einem ganz besonderen, den man grosszügig mit den Zuhörenden teilt. Und diese werden es hören und sehr dankbar sein, einer so persönlichen Darbietung beiwohnen zu dürfen. Deshalb also, wagt es Ihr stillen Musiker! Es ist ein Weg, der seine Zeit braucht, aber sich ganz sicher lohnt. Letztlich könnte es sich verdammt gut anfühlen...

Kategorien: 2016 - Momente

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