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Ein kleiner Exkurs: Geliebte und ungeliebte Kritiker (nicht nur in der Musik)

Gepostet am 17. August 2016 um 7:55
Eine amerikanische Redensart besagt: "Die meisten Menschen wollen lieber durch Lob ruiniert als durch Kritik gerettet werden...." Natürlich ist es im ersten Moment nicht schön, eine negative Reaktion auf etwas zu erhalten. Aber man sollte stets im Hinterkopf behalten: es handelt sich dabei lediglich um das Feed-back auf etwas, dass man getan hat, nicht um einen persönlichen Angriff, nicht um die Bewertung der eigenen Persönlichkeit. Und es ist bloss eine Sichtweise des anderen, das heisst noch lange nicht, dass es tatsächlich so sein muss. Als Gewinner geht man hervor, wenn man sich von der Kritik emotional distanziert und versucht, daraus etwas Sinnvolles zu schöpfen. Handelt es sich um konstruktive Kritik, kann einen das sehr bereichern, Fehler aufzeigen und letzten Endes kann man unter Umständen daraus zu lernen. Denn eins ist klar: Kritik zu erfahren, heisst auch, Aufmerksamkeit geschenkt zu bekommen und beachtet zu werden. Unschön wird es, wenn es sich um wenig geistreiche Bemerkungen handelt - fern von jeglicher konstruktiver Kritik wie beispielsweise ". wir lachen uns nur kaputt über dich.. " o.ä. Dann sollte man sich erstens gewaltig freuen, dass man die Leute zum Lachen gebracht hat und zweitens sie bedauern, dass sie nicht die geistigen Voraussetzungen besitzen, bestimmte Dinge zu verstehen, geschweige denn, vernünftig zu kritisieren. Was heisst es, vernünftig zu kritisieren? Vieles dabei ist wie immer Geschmackssache, aber einige Grunddinge seien hier genannt: Nicht anonyme Kritik zu üben (das zeigt auch, dass der Kritiker zu seiner eigenen Kritik nicht steht, weil er nicht den Mut hat, seinen Namen zu nennen); präzise zu formulieren, bedeutet: sachlich klar ohne emotionale und vage Bemerkungen, konkret anzusprechen, was stört; Fragen zu stellen. Alternativen nennen wäre auch ein konstruktiver Vorschlag und lässt erahnen, dass man sich tatsächlich mit dem Sujet beschäftigt hat. Ein wichtiger Punkt ist auch, nicht im Affekt zu kritisieren, weil dabei oftmals die Sachlichkeit verloren geht und die Kritik sinnfrei werden könnte. Ein letzter wesentlicher Aspekt: Kritisieren in der Ich-Perspektive, so wird deutlich, dass es sich um eine Meinungsäusserung handelt und nicht einfach nur um Vorwürfe. Zu guter Letzt führe man sich vor Augen, was Bruce Lee einmal gesagt hat: "Wenn du kritisiert wirst, dann musst du irgend etwas richtig machen. Denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat."

Kategorien: 2016 - Zwischenmomente - Exkurse