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Vierter Moment: Die Sprache der Gefühle oder Es wird nicht aufhören

Gepostet am 1. April 2016 um 14:15
Sie ist ein Geschenk des Gottes Apollon und der Musen: die Musik. So heisst es in der antiken griechischen Mythologie. Ihre Geschichte lebt mit der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft; die Spannweite musikalischer �?usserungen ist gross, was eine Vielzahl musikalischer Stilrichtungen hervorgebracht hat. Diese Vielfältigkeit wirkt auf uns in unterschiedlicher Weise, aber sie beeinflusst jeden, egal, wen oder welche Art von Musik man hört. Solange ihr Klang im Spannungsfeld von Gefühl und Verstand etwas auslöst, hat sie ihr Werk getan. Dabei ist die Faszination der Musik nicht rein künstlerabhängig, sondern erklärt sich aus ihrem Wesen an sich, das die psycho-physische Gesamtheit des Zuhörenden (Luban-Plozza/ Delli Ponti/Dickhaut: Hören mit der Seele) beeinflusst und eine suggestive Wirkung besitzt. Dem Zuhörenden wird ein ganz bestimmtes Gefühl vermittelt, abhängig von der Musikart. Wenn ich unterschiedliche Interpreten wie James Bay "Let it go" oder Erik Saties "Gymnopédies" höre, dann schiessen mir bei beiden gleichermassen die Tränen in den Augen. Wenn ich Rea´s "Can´t say no" höre, kann ich auch nicht ???nein??? sagen und muss mitsingen, genauso freudig wie ich beim Cancan von Offenbach die Beine schwingen muss. Ein Meer der unbegrenzten Ausdrucksmöglichkeiten! Und die gute Nachricht dabei ist: es wird nicht aufhören! Die Musik dringt immer wieder in unsere tiefsten Bewusstseinsschichten bis zur Seele ein. Sie ist eine Sprache der Gefühle. Sie verwandelt und entschärft, was uns gefühlsmä??ig unerträglich zu sein scheint (hier denken wir an Edith Piaf). Musik "erlaubt ihrern Hörern sich bei ihr als Fühlende zu fühlen, zu assoziieren, sich das zu denken, was sie gerade mögen." schrieb Theodor W. Adorno. Gleichzeitig vermag sie, vorherrschende Stimmungslagen zu verstärken oder abzuschwächen. Wenn ich also aufgrund von James Bay "Let it go" tränenüberströmt im Auto fahre, dann sollte ich wohl darauf spekulieren, dass gleich Rea´s "Can´t say no" im Radio läuft. Oder auf mdr kultur auf den Cancan hoffen. Ob dann die Tränen gleich einem Lachen weichen, sei dahingestellt, aber sicherlich würden sie trocknen! Und eins wird dabei klar: Wenn ich höre, dann fühle ich; wenn ich fühle, dann lebe ich, getreu dem Motto: Ich höre, also bin ich...

Kategorien: 2016 - Momente